Busbahnhof an die Berkel

Leserhinweis Franz Marpert macht sich für Berkelstadion als neuen Standort stark – MünsterlandZeitung, vom 07.03.2017, Seite 3

STADTLOHN. Franz Marpert mag es noch nicht glauben: „Die Stadt Stadtlohn verbaut sich im Berkelstadion eine Riesenchance für ihre künftige Entwicklung.“ Aus Sicht des langjährigen Leiters der Johannesschule drängt sich für das alte Berkelstadion an der Burgstraße eine ganz andere Lösung gerade zu auf: „Der jetzige Busbahnhof muss verlegt werden auf das alte Berkelstadion.“

Mit diesem Anliegen hatte er sich bereits im Januar in einem Brief an Bürgermeister Helmut Könning gewandt. Mit großer Enttäuschung erfuhr Franz Marpert in der vergangenen Woche aus der Münsterland Zeitung, dass der Rat mehrheitlich für eine Wohnbebauung auf der Fläche des seit 17 Jahren brach liegenden Berkelstadions votiert hatte – ohne noch einmal über die Idee der Busbahnhof-Verlegung diskutiert zu haben. Noch in diesem Jahr soll der Bebauungsplan aufgestellt werden.

Günter Wewers, der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, erklärte gestern auf Anfrage der Münsterland Zeitung, warum die Debatte nicht noch einmal grundsätzlich geführt worden sei: „Die Grundsatzentscheidung für die Wohnbebauung ist ja schon im Dezember 2014 gefallen.“ In der Tat ist auch die Idee des Busbahnhofs im Berkelstadion nicht ganz neu: Vor zehn Jahren bereits wurde sie von der CDU vorgetragen. Drei Jahre später sprachen sich auch SPD, UWG und FDP für diese Idee aus. Nach und nach aber kehrten sich alle Parteien – bis auf die FDP – von dieser Idee ab. In der jüngsten Ratssitzung stimmten auf Antrag der CDU auch SPD und Grüne für eine Wohnbebauung.
Damit will sich Franz Marpert aber noch nicht abfinden. Er sagt: „Ich stehe mit dieser Idee nicht alleine da, das weiß ich aus vielen Gesprächen.“ Darum will er nun eine erneute politische Debatte initiieren. „Da sollten wir es alle mit Adenauer halten: ,Nichts hindert mich, weiser zu werden‘.“ Aus Franz Marperts Sicht gibt es viele gute Gründe:

Die Lage eines Busbahnhofs im alten Berkelstadion sei für für die vielen Fahrschüler der Losbergschule und der Herta-Lebenstein-Realschule geradezu ideal.

Auch für die 140 Mitarbeiter der Werkstatt der Stiftung Haus Hall läge der neue Busbahnhof ideal.

Kurze Wege gebe es auch für die vielen auswärtigen Besucher der Johannes-Reithalle und des Losbergparks.

Die Verlegung des Busbahnhofs würde die engen Innenstadtstraßen vom Busverkehr befreien. Auch die nach Marperts Ansicht riskanten Schülerbusfahrten zur Losbergschule durch die engen Wohnstraßen Timpenweide und An der Bleeke könnten entfallen.

Die Neuordnung des Schülerbusverkehrs an einem neuen zentralen Busbahnhof hätte seiner Ansicht nach einen weiteren entscheiden Vorteil: „Es ließe sich viel Geld sparen, wenn die Schüler auch die normalen Linienbusse nutzen könnten.“

Die Fläche des jetzigen Busbahnhofs an der Gartenstraße könnte helfen, das knappe Parkplatzangebot in der Innenstadt zu verbessern.
Franz Marpert möchte seine Initiative keinesfalls als Besserwisserei verstanden wissen. „Ich will nicht der Oberlehrer sein. Aber diese Frage ist ein Herzensanliegen für mich. Seit 45 Jahren bin ich täglich in Stadtlohn und habe in dieser Zeit die Stadtentwicklung im schulpolitischen, touristischen und merkantilen Bereich mitgestaltet. Jetzt gilt es für die Stadt, in die Zukunft zu schauen und noch einmal nachzudenken – oder es droht ein großer Rückschritt für die gesamte kommunalpolitische Entwicklung.

Stefan.Grothues@mdhl.de

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