Die AfD in der Schule? Darf das sein?

Am 03.02.2017 war in der Münsterland-Zeitung nachzulesen, dass der Kreisvertreter der AfD, Herr Helmut Seifen (Direktor des Gronauer Gymnasiums) sich den Fragen der 15-jährigen und 16-jährigen Schüler des Stadtlohner Gymnasiums gestellt hat. Der Tenor des Berichterstatters der Münsterland-Zeitung war, dass zwar viele Themen angesprochen wurde, Herr Seifen seine Statements auch abgeben konnte, aber keine Nachfragen mehr durch die Schüler erfolgten.

Ja, ich finde es gut, wenn Politiker in die Schulen gehen. Ja, ich finde es auch gut, wenn es sich dabei um Politiker handelt, die in Parteien vertreten sind, deren Meinung ich nicht teile. Politische Meinungen aus erster Hand zu bekommen, ist immer besser, als über Dritte.

Was ich nicht so gut finde ist, wenn vorne ein geschulter Politiker sitzt und das Publikum dessen Meinungsäußerungen, ohne vertiefend nachzubohren, meist schweigend hinnimmt.

Das kann mehrere Gründe haben:
Entweder teilt man die Meinung des Politikers. Dann braucht man auch nicht mehr nachfragen. Oder man teilt die Meinung des Politikers nicht, weiß aber auch nicht so recht, wie man das jetzt hinterfragen soll. So bleibt bei mir das ungute Gefühl, dass möglicherweise die Vorbereitung auf diese Veranstaltung nicht ausreichend war. Oder war doch alles ganz anders als das, was der Zeitung zu entnehmen war?

Bernd Schöning