Der Jahresausblick 2018: Die spannensten Schwerpunkte

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtlohner Stadtrat hat zum Jahreswechsel 2017/2018 den Fraktionsmitglieder ein Statement zugeleitet, indem er den derzeitigen Stand in Stadtlohn aus seiner persönlichen Sicht beschreibt. Die Redaktion des Blogs mit Einzelteile dieses Statements hier veröffentlichen, wobei Widerspruch ausdrücklich erwünscht ist. Der Artikel wurde redaktionell etwas überarbeitet.

Keine Frage: Nach der Fertigstellung der Umbauarbeiten in der Innenstadt ist die überwiegende Meinung in der Bevölkerung, dass doch alles sehr schön geworden sei. Auch für mich keine neue Erkenntnis: Das ist meist so, wenn etwas neu ist. Die viel spannendere Frage ist allerdings, was uns das letztendlich alles bringt.

Zu Beginn der Diskussion hatte die FDP-Fraktion vor einigen Jahren mal angemerkt, dass es eine gewisse Reihenfolge geben müsse hinsichtlich der Umsetzung. Erst müsse man sich mal Gedanken darüber machen, wie es mit der Innenstadt überhaupt weitergehen soll. Es wird immer mehr über das Internet gekauft. Das zeigen auch die Leerstände der Geschäftslokale in der Innenstadt. Man müsste sich eigentlich mal Gedanken darüber machen, wie die Innenstadt von Stadtlohn in vielleicht 10 oder 15 Jahren aussieht, wenn das Kaufverhalten weiterhin dahingeht, dass die Alltagsgeschäfte in der Regel in den Discountern und Supermärkten getätigt werden und das Einkaufsevent dann in Münster, Bocholt, Oberhausen oder Ochtrup gestartet wird.

Jetzt ist die Innenstadt aufgehübscht, die Leerstände sind allerdings immer noch da. Neuerdings wieder im ursprünglichen Schuhhaus Hornhues an der Dufkampstraße, in welchem bis Weihnachten eine Kreativwerkstatt im Bereich Foto beheimatet war.

Das zeigt: Das Aufhübschen der Innenstadt bringt leider nicht das gewünschte Ergebnis. Und es geht ja weiter: In der Eschstraße ist ein ehemaliges Textilgeschäft geschlossen worden. In der Stegerstraße wird im nächsten Jahr die AOK-Geschäftsstelle geschlossen (früher von Bömmel-Süsken). Im Gebäude der Deutschen Bank an der Dufkampstraße 1 steht im Erdgeschoss ein Ladenlokal leer. Und im ersten Obergeschoss stehen Praxisräume zur Vermietung frei. Und das nicht erst seit gestern.
Auf dem Marktplatz selbst hat es viele Monate gedauert, bis Christoph Demes mit seiner Trendbox ein neues Lokal zentral am Markt eröffnen konnte. Dafür hat gegenüber dann das Blumenhaus Seggewiß (früher Blumen Demes) geschlossen, ein Nachfolger ist noch nicht gefunden. Und das in zentraler Lage.

Und das alles soll ein City-Manager in Zukunft lösen! Der Mann oder die Frau muss eine eierlegende Wollmilchsau sein, wenn er/sie das hinbekommt. Und wer die Münsterlandzeitung vor einigen Wochen aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass es nicht so einfach werden wird. Denn die Citymanagerin in Vreden konnte trotz ihrer dortigen Vollzeit-Tätigkeit den Schwund an Fachgeschäften in der Innenstadt nicht stoppen.

Zusammengefasst:

Es zeigt sich, dass wir mit unseren Überlegungen als FDP-Fraktion, sich vorher über die Zukunftsentwicklung der Innenstadt  Gedanken machen zu müssen, bevor man sie optisch aufhübscht, durchaus richtig liegen und lagen. Die spannende Frage wird sein, wann das auch im Rathaus bemerkt wird.

P. S.: Die Anmerkungen erfolgte zum Jahreswechsel 2017/2018. Mittlerweile zeigt sich, dass das Fachgeschäft für Vereinsbedarf in der Hagenstraße demnächst (aus Altersgründen) auch die Türen abschließen wird. Und das Haushaltswarengeschäft Sicking (gegenüber dem Busbahnhof an der Dufkampstraße) wird auch im Frühjahr 2018 seine Tore schließen. Und in der Mühlenstraße hat der dort ansässige Pflegedienst (neben der Fahrschule you) seinen Geschäftsbetrieb ebenfalls schon eingestellt. Dafür ist zwischenzeitlich die frühere Haifischbar, jetzt „Auszeit“ genannt, wieder eröffnet worden.